AGRAVIS aktuell 3/2019



Gut versorgte Tiere leben länger und leisten mehr

Für das Projekt Langlebigkeit im Milchviehbereich sind viele Faktoren von Bedeutung. Neben der Kolostrum-Versorgung des Kalbs (AGRAVIS Aktuell-Ausgabe 2/2019) sollte der Tierhalter auch auf eine möglichst optimale Kälber- und Rinderaufzucht achten, um den Grundstein für zum Beispiel eine Lebtagsleistung von durchschnittlich über 18 Litern pro Tag bei einer Holstein-Kuh zu legen.

Tägliche Zunahmen kontrollieren

Wenn das Kalb den sehr anstrengenden ersten Teil seines Lebens gemeistert hat, sollte es optimal mit Kolostrum versorgt sein und sich in einer sauberen Umgebung befinden. Worauf ist nun zu achten? Ein Kalb sollte bei der Aufzucht von der Geburt bis zum Absetzen tägliche Zunahmen von 950 bis 1050 Gramm bei einer ad libitum-Tränke erreichen. Bei einer restriktiven Fütterung sollten 850 bis 900 Gramm erreicht werden. Wenn keine Tierwaage zur Verfügung steht, können die Tiergewichte mit einem Maßband geschätzt werden.

Tränkeregime

Die hohen täglichen Zunahmen sind sehr wichtig, weil beispielsweise nur zu dieser frühen Zeit der Körper in die Ausbildung des Euters investiert. Eine optimale Versorgung ist deshalb unabdingbar für die spätere Milchproduktion. Intensiv aufgezogene Kälber geben in der ersten Laktation ca. 500 bis 1400 Liter mehr an Milch im Vergleich zu nicht intensiv aufgezogenen Kälbern. Jedes Tränkeregime hat seine Vorteile, aber auch seine Nachteile. Es muss immer an den Betrieb angepasst werden. Bei der Entscheidung kann der AGRAVIS-Berater oder der Hoftierarzt ein wertvoller Ansprechpartner sein.

Wasserversorgung

Kälber müssen grundsätzlich Zugang zu frischem, sauberem Wasser haben. Bei Hitzeperioden im Sommer ist der zusätzliche Wasserbedarf nicht zu unterschätzen. Bei einer Kälberhaltung im Iglu sollte eine zusätzliche Beschattung der Hütten vorgenommen werden.

Umstellung auf Futter

Schließlich sollen die Kälber auf Kälberfutter umgestellt werden. Dabei sollte der Landwirt folgende Faustregel beachten: Ein Kalb sollte erst dann von der Milch abgesetzt werden, wenn es über drei Tage hintereinander je ein Kilogramm an Konzentratfutter (Kälberkraftfutter) aufnimmt. Unbedingt zu beachten ist, dass die Kälber vorsichtig auf eine Silageration (z. B. Kuh-TMR) umgestellt werden, da Silagen für die noch sehr jungen Kälber aus unterschiedlichen Gründen (z. B. pH-Wert) schwer zu verdauen sind.

Moderate oder intensive Aufzucht

Bis zum siebten Monat sollten die Jungtiere intensiv aufgezogen werden, anschließend eher moderat, damit sie nicht verfetten. Das Ziel sollte sein, die Tiere mit 13 bis 15 Lebensmonaten mit einem Gewicht von 380 bis 400 Kilogramm (Rasse Holstein sbt/rbt) zu belegen. Erfahrungsgemäß werden die Tiere sehr oft viel zu spät belegt, da sie in ihrem Gewicht häufig unterschätzt werden. Eine Färse, die mit 27 Monaten das erste Mal kalbt, kostet im Vergleich zu einer Färse, die mit 24 Monaten kalbt, ca. 180 Euro mehr in der Vollkostenrechnung.

Zu frühe Belegungen vermeiden

Aber auch eine zu frühe Belegung unter 13 Monaten ist nicht empfehlenswert, da sich die Rinder zu diesem Zeitpunkt noch nicht weit genug entwickelt haben. Bei einer Belegung der Tiere zwischen dem 13. und 15. Lebensmonat wäre das Alter zur ersten Abkalbung dementsprechend höchstens 22 Monate mit einem Gewicht von 630 bis 650 Kilogramm. Forschungen geben Hinweise darauf, dass Tiere, die so aufgezogen und belegt werden, nachhaltig gesünder sind und damit auch älter werden können, sofern sie weiterhin gut gehalten und gefüttert werden. Ganz nebenbei reduziert man im Betrieb die Kosten für die Aufzucht der Färsen.

Fazit

Das Schöne an Milchkühen ist die Tatsache, dass ihre Leistung und ihr Alter von der Versorgung abhängig ist und damit beeinflussbar ist: Je besser wir sie versorgen, desto älter werden sie und umso höher ist die Leistung. Es ist eine klassische „Win-Win“-Situation für Tier und Landwirt.

Weitere Infos gibt es bei Tierarzt Dr. Bernhard Lingemann, Telefon 0251 . 682-2286, bernhard.lingemann@agravis.de oder unter www.projekt-langlebigkeit.de.



AGRAVIS aktuell 2/2019



Der Begriff „Langlebigkeit“ im Bereich der Rinderaufzucht und -haltung wird viel diskutiert. Zunächst einmal ist es natürlich schön, wenn Tiere sehr alt werden. Nicht immer ist ein altes Tier aber auch wirtschaftlich. Eine große Rolle spielt hier die Bewertung „Leistung pro Lebenstag“, welche die von einem Tier produzierte Milchmenge durch die Anzahl der Lebtage beschreibt. Die Lebtagsleistung einer Holstein-Kuh sollte mehr als 18 Liter pro Tag bei den Abgangstieren betragen. Um die Tiere in die Lage zu versetzen, solch hohe Lebtagsleistungen zu erreichen, sind bereits die ersten Lebensstunden der Kälber von herausragender Bedeutung.

Hygiene im Abkalbestall

Eine gute Versorgung der Kälber nach der Geburt ist in vielen Betrieben mittlerweile glücklicherweise standardisiert. Dennoch ist hier noch „Luft nach oben“. Kälber müssen in einer sauberen Umwelt geboren werden. Mangelnde Hygiene zum Start ins Leben kann später nicht kompensiert werden. Das Immunsystem des neugeborenen Kalbes ist zunächst nicht ausgebildet. Das Kalb ist also nicht gegen Krankheitserreger geschützt. Der Grund liegt im Aufbau der Plazenta (Mutterkuchen). Diese lässt beim Rind aufgrund ihrer Dichte keine direkte Übertragung von Antikörpern (Immunglobulinen) vom Blutkreislauf der tragenden Kuh auf das Kalb zu.

Antikörper für Kälber

Um einen Schutz beim Kalb zu erreichen, muss ihm deshalb Kolostrum mit vielen Antikörpern (Immunglobulinen) oral verabreicht werden. Als Faustzahl gilt: in den ersten vier Stunden vier Liter Kolostrum. Je mehr das Kalb trinkt, desto besser. Da der Labmagen des neugeborenen Kalbes kein Fassungsvermögen von vier Litern hat, läuft die Milch vor allem in den Darm über. Ausnahmsweise ist dieser Umstand in diesem Moment von Vorteil. Sofern das Kolostrum hygienisch gewonnen wurde, werden nun die Immunglobuline durch den noch sehr durchlässigen Darm aufgenommen.

Immunglobuline im Darm

Warum nun so viel in so kurzer Zeit? Man stelle sich den Darm als eine Leitung mit vielen Ventilen vor. Diese Ventile bringen die Immunglobuline der Milch aus dem Darm direkt in den Blutkreislauf des Kalbes. Die Ventile sind nach der Geburt circa vier Stunden offen. Wenn nun die ersten Immunstoffe durch die Öffnungen gelangt sind, geben sie das Signal: „mit dem Schließen der Ventile beginnen“. Der Prozess ist bereits nach einer Stunde abgeschlossen. Da die Biestmilch aber zudem viele andere wertvolle Stoffe enthält, sollten die ersten Gemelke der Kuh mindestens über zwei Tage an das Kalb gefüttert werden.

Qualität der Biestmilch prüfen

Die inhaltliche Qualität des Kolostrums lässt sich mit einem „Kolostrum-Densimeter“ (Kolostrumspindel) sehr einfach ableiten. Wenn die Biestmilch in Qualität und Menge nicht ausreicht, sollte sie mit einem Kolostrumergänzer aufgewertet werden, beispielsweise Miravit Oramun Plus. Manchmal steht nicht ausreichend Kolostrum zur Verfügung. Keinesfalls sollte Biestmilch von euterkranken Tieren oder Tieren mit einer Infektion an die Kälber verfüttert werden. Für diese Fälle haben fast alle Landwirte Kolostrum eingefroren. – Wichtig: Wenn Tiere Paratuberkulose positiv sind, sollte die Milch nicht an die Nachzuchtkälber vertränkt werden.

Einen einfachen Nachweis, ob die Kälber gut mit Kolostrum versorgt wurden, kann der Hoftierarzt mit einer Blutprobe führen. Kälber mit einem Gesamteiweißgehalt von mehr als 55 Gramm/Liter gelten als gut versorgt.

Dr. Bernhard Lingemann
Fazit

Die Versorgung der Kälber mit Kolostrum kann nicht nachgeholt werden. Deshalb sind gerade die ersten Lebensstunden von Bedeutung. Kein Futter ist günstiger als Kolostrum und keines hat eine so große, nachhaltige Wirkung auf das Tier. Betriebswirtschaftlich gesprochen: Der „return of investment“ (Kapitalrückfluss geteilt durch die Investitionskosten) ist hier riesig.

Weitere Informationen bei Tierarzt Dr. Bernhard Lingemann, Telefon 0251 . 682-2286, bernhard.lingemann@agravis.de, und unter www.agravis.de.



AGRAVIS aktuell 4/2018



Jürgen Abeler: Gesunde Legehennen dank konsequentem Hygienekonzept

Weltweit sind 98 Prozent der Legehennenställe mit der Roten Vogelmilbe befallen. Auch Legehennenhalter Jürgen Abeler aus Nordwalde und sein Betriebsleiter Michael Dagen kennen das Problem. In den insgesamt acht Ställen ist der Parasit ebenfalls zu finden. „Allerdings machen wir einiges dafür, dass sich die Milben bei uns nicht wohlfühlen – und das vor allem vorbeugend“, berichtet Jürgen Abeler schmunzelnd. „Ganz los werden wir sie nicht, aber wir haben sie sehr gut im Griff. Dafür sprechen auch die gute Tiergesundheit und die Legeleistung unserer Tiere von durchschnittlich 90 bis 95 Prozent.“

Hygienemaßnahmen

Auf dem Betrieb stehen für Reinigung und Desinfektion drei Wochen zur Verfügung. Die Serviceperiode beginnt mit dem Entmisten und der Beseitigung des losen Schmutzes. Danach rückt ein Dienstleister an, der die gründliche Reinigung und Desinfektion übernimmt. Jürgen Abeler stellt dafür sämtliche Mittel zur Verfügung. Dies ermöglicht eine Kontrolle der ausgebrachten Mengen sowie eine eigene Auswahl der Produkte. Zum Einsatz kommen Produkte von Desintec. Für die Reinigung wird der Schaumreiniger Desintec StallClean Profi verwendet. Der löst die Eiweiß- und Fettschicht und ist nötig, um die Effektivität der anschließenden Desinfektion zu gewährleisten. Dafür wird Desintec FL-des Allround genutzt. „Das Zweikomponentenpräparat erledigt Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten in einem Arbeitsgang sehr wirkungsvoll und ist ein essentieller Baustein bei der Milbenbekämpfung, da wir dadurch auch deren Eier effektiv bekämpfen“, berichtet Bernhard Hols, Außendienstberater der Raiffeisen Münsterland-West, aus Erfahrung.

Bekämpfung der Roten Vogelmilbe

Aber auch wenn alle Arbeitsschritte sehr sorgfältig ausgeführt und alle Ecken und Verstecke ins Visier genommen werden – ein paar Milben können überleben und werden beim Einzug der nächsten Junghennen damit starten, ihre Population wieder aufzubauen. Deshalb setzen Abeler und Dagen seit einigen Jahren Desintec M-Ex Profi 80 ein. Das Produkt ist ein synthetisch hergestelltes amorphes Siliciumdioxid, das im Verhältnis eins zu neun mit Wasser gemischt und mit professioneller Technik in der gesamten Stallanlage ausgebracht wird. „Bildlich dargestellt entsteht auf den Flächen eine glasscherbenartige Struktur“, erklärt Desintec-Berater Christian Twehues. „Wenn die Milben darüber krabbeln, wird die Wachsschicht, die die Parasiten vor der Austrocknung schützt, zerstört. Die Milben werden also auf einem physikalischen Weg bekämpft.“ Das Produkt wird auch in den Kotbelüftungskanälen eingesetzt. „Es ist wichtig, auch die schwierig zu erreichenden Orte im Stall zu beachten, da diese als Rückzugsorte der Roten Vogelmilbe dienen“, berichtet Abeler. Das Einstallen der Junghennen in den vorbereiteten Stall ist für Abeler und Dagen aber kein Grund, die Milben aus den Augen zu verlieren. „Wir machen ein regelrechtes Milben-Monitoring, prüfen regelmäßig vor allem in versteckten Ecken wie Kotbelüftungskanälen, unter den Netzmatten und Sitzstangen oder sonstigen Rückzugsmöglichkeiten, wie stark der Milbendruck ist. Bei Bedarf wird in dem Bestand mit Desintec M-Ex Profi 80 nachbehandelt.“ Weiterhin wird über das Tränkewasser Miravit Gallux Relax eingesetzt. Dieses Ergänzungsfuttermittel enthält ätherische Öle, die zu Geruchsveränderungen bei den Legehennen führen und diese dadurch für Milben unattraktiv machen.

Vorbeuge zahlt sich aus

Jürgen Abeler und Michael Dagen haben die Rote Vogelmilbe dank ihres konsequenten Bekämpfungsplanes sehr gut im Griff. „Ein starker Milbendruck bringt viele Probleme mit sich“, wissen die beiden Legehennenexperten. „Nächtliche Unruhe, verminderte Legeleistung, weiche Eierschalen, sinkende Eiergrößen, steigende Anfälligkeit für Krankheiten und Blutflecken an den Eiern führen zu wirtschaftlichen Verlusten. Das kann bei einem Cent pro Ei über das Jahr gesehen zu Verlusten von mehreren 100.000 Euro führen. Deshalb setzen wir auf vorbeugende Maßnahmen, die im Vergleich nur einen Bruchteil an Kosten verursachen.“

Weitere Informationen gibt es bei Christian Twehues, Telefon 0173 . 9642919, christian.twehues@agravis.de.

Zum Video zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe



Betrieb Harms setzt auf schnellen Nachschub von Calcium & Co.

200 Milchkühe stehen in den Ställen von Udo Harms im niedersächsischen Berne. Der 50-Jährige führt den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Heike und Sohn Sven. Mitarbeiter Heiko Janßen unterstützt ebenfalls bei der täglichen Arbeit. „Wir haben natürlich viele arbeitsintensive Zeiten, aber rund um die Geburt eines Kalbes ist es immer besonders spannend“, berichtet Sven Harms. „Da investieren wir viel Zeit für das Vorbereiten der Umgebung, Beobachten des Verlaufs, Hilfestellung leisten, wenn nötig und Nachsorge beim Kalb. Bei 230 Kälbergeburten, die wir im Jahr begleiten, ist das eine Menge Zeit.“

Milchviehbetrieb Harms
Deshalb ist Familie Harms auch immer offen für neue Tipps und Tricks, die praktikabel sind und Zeit sparen. Im Frühjahr stellten Lutz Tönjes, Berater für Spezialfutter der AGRAVIS Mischfutter Oldenburg/Ostfriesland GmbH, und Ingo Hegeler, Futtermittelberater der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Hunte-Weser eG, zwei Miravit-Produkte vor, die die Nachsorge der Kuh erleichtern und gleichzeitig die Tiergesundheit unterstützen. „Wir lösen seitdem Miravit Kuhstarter und Miravit CalciStart in 20 Liter lauwarmem Wasser auf und geben die Mischung der Kuh direkt nach der Geburt zum Trinken“, erklärt Sven Harms. „Da die Tiere sowieso bis zu 50 Liter Wasser nach der Geburt trinken, nehmen sie die beiden Produkte problemlos auf.“ Das sei früher mit der Gabe von Calcium-Boli nicht ganz so einfach gewesen, unterstreicht Heike Harms. „Gegen die Zwangseingabe haben sich die Kühe oft gewehrt und es ist ein echter Kraftakt gewesen, die Calcium-Gabe in die Kuh zu bekommen. Mit der Tränkewasser-Gabe geht es viel einfacher und schneller.“ Lutz Tönjes ergänzt: „Die Produkte sind geschmacksneutral und werden problemlos aufgenommen. Die Tiere erhalten dadurch sogar knapp 40 Prozent mehr Calcium als über die Boli-Gabe. Mit einmalig 500 Gramm Kuhstarter und 500 Milliliter CalciStart nach der Geburt sind die Kühe gut versorgt.“

Drei Produkte rund um die Geburt

Miravit Kuhstarter ist ein elektrolytbasierter Aufbautrunk für Kühe direkt nach der Kalbung, der Flüssigkeit, Energie und Elektrolyte schnell und zeitnah ergänzt. Der strapazierte Gesamtorganismus kann schneller regenerieren. Einer Labmagenverlagerung kann durch die schnelle Füllung des Pansens mit Flüssigkeit unmittelbar nach der Geburt vorgebeugt werden.

Miravit CalciStart enthält hochdosiertes, schnell verfügbares Calcium und Phosphor. Das Ergänzungsfuttermittel reduziert das Risiko von Milchfieber. Calcium ist wichtig für die Muskelfunktion“, erklärt der Spezialberater. „Darüber hinaus ist Vitamin D3 enthalten, das die Ein- und Auslagerung von Calcium und Phosphor in die Knochen mit reguliert.“

Sollte eine Kuh dennoch den Eindruck machen, als bräuchte sie einen Energieschub, gibt Sven Harms zehn Tage lang nach dem Kalben 400 Milliliter Miravit MaltoDrink. Das energiereiche Ergänzungsfuttermittel liefert dem Stoffwechsel somit wertvolle Inhaltsstoffe, die dazu beitragen, das Ketoserisiko zu senken. Miravit MaltoDrink kann alternativ direkt nach der Geburt gegeben werden. Wenn bei einer Kuh Probleme mit Milchfieber und Ketosen zu erwarten sind, sollte die Kuhstarter-CalciStart-Mischung im Tränkeeimer um 800 Milliliter MaltoDrink ergänzt werden. Danach kann es für drei bis fünf Tage einmal am Tag zwischen 800 und 1.000 Milliliter alleine im Eimer gegeben werden.

Familie Harms freut sich, dass sie mit den drei Ergänzungsfuttermitteln gute Erfolge erzielen. Die Kühe sind fit nach der Geburt und bereit für die nächste Laktation. „Und das zu einem deutlich günstigeren Preis im Vergleich zu möglichen Therapiekosten, die auf uns zukommen, wenn Krankheiten auftreten und der Tierarzt die Tiere behandeln muss. Vorbeugen lohnt sich auf jeden Fall.“


Weitere Infos gibt es bei den AGRAVIS-Spezialberatern, bei Lutz Tönjes, Telefon 0162 . 2832352, lutz.toenjes@agravis.de.



Langlebigkeit wird in Samern groß geschrieben

Der 18. Geburtstag wird groß gefeiert: endlich volljährig und Auto fahren. „Das kann Astine zwar nicht“, erzählt Gert Heinz Hesping schmunzelnd, der mit Frau Erika und Sohn Gerald einen Milchviehbetrieb führt. „Aber auch für unsere Kuh ist 18 ein besonderes Alter. Astine ist aktuell unser ältestes Tier im Stall mit der höchsten Lebensleistung von über 150.000 Kilogramm Milch und 13 Kälbern. Das sind auch einige Gründe zu feiern.“ Die Kuh mit Familienanschluss hört auf den Spitznamen Oma und ist schon mehrfache Ur-Ur-Oma.


Astine hat gute Gene

Astine ist auf dem Betrieb im niedersächsischen Samern kein Einzelfall. Ihre Oma Astra wurde 18 Jahre alt und hat ebenfalls weit über 100.000 Kilogramm Milch gegeben. „Wir legen Wert auf langlebige Kühe“, unterstreicht Gerd Heinz Hesping die Betriebsstrategie. „Derzeit befinden wir uns in der Phase der Aufstockung und haben deshalb mit einem Durchschnittsalter von 2,3 Laktationen eine recht junge Herde. Aber wir haben auch 27 Kühe, die schon vier und mehr Laktationen hinter sich haben.“ Besonders die Vor- und Nachfahren von Astine seien gesunde und leistungsfähige Tiere. „Das liegt in den Genen“, erklärt Erika Hesping. „Viele unserer Kühe aus dieser Familie, deren Namen alle mit ‚A‘ anfangen, erreichen ein stattliches Alter bei guter Gesundheit.“

Viele Einflussfaktoren für langlebige Kühe

Mit der guten Genetik legen die Hespings den Grundstein für ihre Nachzucht. Aber auch viele weitere Faktoren zahlen auf die Langlebigkeit ein: intensive Kälberaufzucht mit CombiMilk Galant, hoher Kuhkomfort mit viel Licht, Luft und Platz, gutes Grundfuttermanagement und hochwertige Futtermittel in der TMR und am Melkroboter sind wichtige Bestandteile der Milchviehhaltung auf dem Betrieb.

Leinsaat bringt viele Vorteile

Hesping setzt bei der Fütterung auf Leinsaat. Bis zu 7 Kilogramm Laktaria Lin Garant, ein Spezialmilchleistungsfutter mit extrudierter Leinsaat, werden am Melkroboter gefüttert. Elias Schulze Lefert, Spezialberater der AGRAVIS Mischfutter Westfalen GmbH, und Jens Weinrich, Außendienstberater der Raiffeisen Steinfurter Land eG, erläutern, warum Leinsaat so wertvoll ist: „Leinsaat hat eine sehr hohe Energiekonzentration. Dies wirkt sich positiv auf die Ketoseprophylaxe aus. Die enthaltenen Omega 3-Fettsäuren „unterstützen den Zyklus und verbessern die Fruchtbarkeit.“ Gerald Hesping ergänzt: „Früher haben wir bis 80 Tage nach der Kalbung Leinsaat gefüttert und danach das Kraftfutter Laktaria M Plus, ein Standardkraftfutter mit hohem Maisanteil. Nach 150 Tagen hatten wir dann immer einen Leistungseinbruch. Jetzt füttern wir mehr Leinsaat über einen längeren Zeitraum. Laktaria wird erst abgesetzt, wenn die Kühe keine 36 Liter Milch mehr geben. Damit erreichen wir durchschnittlich 400 Kilogramm mehr Milch pro Kuh. Außerdem sind Labmagenverlagerungen selten geworden. Und beim Besamungsindex erreichen wir mit 1,7 einen richtig guten Wert.“

Auch Kühe, die nach der Kalbung nicht fit sind, erhalten zusätzlich Leinsaat in Form von Miravit CelluLin. 500 Gramm dieses Ergänzungsfuttermittels mit extrudierter Leinsaat werden in Wasser aufgelöst. Dazu werden 1 bis 1,5 Liter Miravit MaltoDrink gemischt. Dadurch bekämen die Tiere wieder richtig viel Energie und würden sich sehr schnell erholen, berichtet Gerald Hesping. „Leinsaat bringt viele Vorteile für die Ration. Und wenn eine Maßnahme etwas bringt, müssen wir dafür Geld in die Hand nehmen. Wir haben den Einsatz in der Zeit niedriger Milchpreise intensiviert und damit letztendlich mehr Gewinn erzielt.“ Gert Heinz Hesping fügt hinzu: „Und das funktioniert nur mit hochwertigen Grund- und Kraftfuttermitteln.“

Weitere Infos zu diesem Thema gibt es bei Elias Schulze Lefert, Telefon 0172 . 1467710, elias.schulze.lefert@agravis.de oder bei Dr. Michael Baum, Telefon 0251 . 682-2287, michael.baum@agravis.de sowie auf www.projektlanglebigkeit.de.

Zum Video



Konzentration auf das Wesentliche

Durch das Antibiotikamonitoring und die neue Verordnung über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV) wird der Einsatz von antibiotisch wirksamen Substanzen für den Tierhalter immer stärker reglementiert. Grund genug, sich wieder auf die Basics zu konzentrieren und das kleine Einmaleins der Tierhaltung und Ernährung anzuwenden. Zu den Basics zählen banale Dinge wie Licht, Luft, Wasser, Platzangebot, Hygiene und eine ausreichende Ernährung.


Ernährung

Über eine sinnvolle Ernährung wurde in der jüngsten Vergangenheit oft berichtet und die Experten sind sich da einig. Die eigene Nachzucht sollte in den ersten vier Wochen intensiv mit Milch versorgt werden (mindestens 10 Liter Milchtränke pro Tag). In der Fresserproduktion muss der Energiegehalt der täglichen Milchtränke mindestens den Erhaltungsbedarf der zugekauften Kälber abdecken (mindestens 1 Kilogramm Milchaustauscher pro Tag).

Vorbeuge von Kälberdurchfall

Anstelle einer antibiotischen Therapie können Landwirte probiotisch gegen Durchfallerreger vorgehen. Einer Belastung mit Kryptosporidien und Bakterien kann mit ausgewählten phytogenen Zusätzen entgegengetreten werden. Zu empfehlen sind Produkte aus dem Miravit-Sortiment, beispielsweise Miravit Kryptosan. Und die aufgekochte Leinsaat zeigt immer noch ihre positive Wirkung in Miravit CelluLin.

Licht

Ein heller Stall (zirka 500 Lux für 16 Stunden) fördert die Futteraufnahme. Im Sommer ist das meistens kein Problem. Doch wie sieht das Lichtprogramm in den Wintermonaten aus? Zu bedenken ist, dass ein Wiederkäuer bei Dunkelheit deutlich weniger frisst.

Wasserversorgung

Mehrere Tränken pro Gruppe versorgen die Kälber mit einwandfreiem Wasser. Wichtig ist, dass Wasserqualität und Durchflussmenge der Tränken bekannt sind. Wassermangel begrenzt die Futteraufnahme. Ein Kalb stellt sich nicht zum Wassertrinken an, es resigniert sehr schnell.

Hygiene

Beim Thema Hygiene stellt sich die Frage: Reinigungsmittel oder nur Hochdruckreiniger mit kaltem Wasser, bevor desinfiziert wird. Dazu der Hinweis: Ein Desinfektionsmittel hat keine fettlösende Eigenschaft, so dass ein Reinigungsmittel unbedingt genutzt werden sollte.

Platzangebot

In der Gruppenhaltung sollte jedem Kalb eine Grundfläche von mindestens 3 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Also muss bedacht werden, wie viele Kälber eingestallt werden und wie groß der Stall ist. Auch Kälber leben in einer Rangordnung und die schwächsten wollen sich gelegentlich zurückziehen.

Trotz Spaceboard an den Seiten wurde die Luftqualität durch den Schlauch deutlich verbessert.
Luftqualität

Kälber stellen auch an die Luftqualität hohe Ansprüche. Und es gilt, den Lauf- und Liegebereich der Tiere zu belüften und nicht den Futtergang in Augenhöhe des Tierhalters. Nun werden Kälber häufig in Offenfrontställen gehalten und in der Tat entsteht ein Luftaustausch, so lange es draußen windig ist und der Stall nicht zu sehr mit Windnetzen verschlossen wurde. Bei Windstille allerdings findet kein Luftaustausch statt. Die Luft stellt physikalisch gesehen eine Masse dar (knapp 1,3 Kilogramm/Kubikmeter) und unterliegt somit den Gesetzen der Schwerkraft und der Trägheit. Insofern ist es schwierig, einen Kälberstall ohne eine Zwangsbelüftung optimal zu managen. Es mag Zeiten geben, da funktioniert es einigermaßen auch ohne Lüftung. Das hat dann aber auch mit Glück und Zufall zu tun. In diesem Zusammenhang hat sich die Überdrucklüftung bewährt, mit der gezielt und permanent frische Außenluft in den Tierbereich geleitet wird. Das kann durch Schläuche oder Rohre geschehen, die in bestimmter Art und Weise durchlöchert sind.

Bei Fragen zu diesem Thema stehen Klaus Bürsken, Telefon 0172 . 5306363, klaus.buersken@agravis.de, und die Berater der AGRAVIS-Produktionsberater zur Verfügung.



Kontaktformular
Sprechen Sie uns an!